
Ein Schmetterling, ein Schmetterling,
- Ein leichtes, leichtsinniges Ding -
Flog unbekümmert in mein Haus,
Als kenn’ er sich schon lang drin aus.
Schaut’ neugierig zur Küche rein,
Nippt’ keck von meinem roten Wein,
Ließ nicht den Honig außer Acht,
‘Nen kleine Tropfen, welche Pracht,
Den er am Frühstückstisch entdeckt’,
Hatt’ mit Genuß er aufgeschleckt.
Dann flog im Zickzackkurs das Tier
Beschwingt ins ruhige Wohnrevier.
Auf einen Spiegel blieb er stehn,
Da konnt' er sich auf einmal sehn,
Und als er schaut’ in sein Gesicht,
War er verwirrt, erkannt’ sich nicht.
Das war ihm denn auch viel zu dumm,
Drum sah er sich noch weiter um,
So flatterte er blitzt hernach,
Direkt nun in mein Schlafgemach.
Hier war es kühl und angenehm,
Der Falter macht’ es sich bequem,
Schlief auf mein’m Ruhekissen ein
Und träumt’ “berauscht“ im Mondenschein.
Ich nahm Vorlieb in dieser Nacht
Mit einem Kissen, selbstgemacht;
Nur fand ich nicht die rechte Ruh’,
Doch dann dacht’ ich: “Hauptsache du.“
Brigitte Pulley-Grein / 1 8. A u g u s t 1 9 9 7