Beim Auto er sich stets bemüht
geduldig wird es vorgeglüht.
Mir sagt er nicht mal guten Tag
und wundert sich, dass ichs beklag.
Gerne sitzt er hinters Steuer
in seinen Augen glüht ein Feuer.
Mich guckt er nur teilnahmslos an
was hab ich nur für einen Mann.
Muckt es einmal im Motor
fährt ers gleich der Werkstatt vor.
Kann ich vor Halsweh nicht mehr schlucken
ernte ich nur Schulterzucken.
Luft und Profil wird kontrolliert
gewaschen wird’s und auch poliert.
Bei neuen Schuhen will er schelten
gestreichelt werde ich ganz selten.
Bring ich den Motor zum Heulen
geht er durch mit allen Gäulen.
Schimpft er mit mir und heule ich
ist das für ihn nicht wesentlich.
Schalt’ ich zu früh oder zu spät
ist das Beleidigung der Majestät.
Schaltet er und das Getriebe kracht
„Die Fußmatte“ heißt’s da aufgebracht.
Fahr ich knapp mal wo vorbei
kriegt er ’n Infarkt oder zwei.
Fährt er den Spiegel ans Garagentor
bin ich Schuld, ich fuhr’s hinein zuvor.
Ja wenn ich fahre, endets bös
krieg es nicht hin, bin zu nervös
wie ich es wende und auch dreh
ich tu halt seinem Liebling weh.
Wenn wir mal wieder ausgehen
dann wird das also aussehen:
Er fährt heim, verzichtet aufs Bier
ich trinke Wein und bin Passagier.
23.02.08