
Die Sonne geht bald auf,
in zwei oder drei Stunden,
beschwört den Tag herauf,
dreht ihre alten Runden.
Die schönste Zeit des Tages,
die Zeit, ins Bett zu gehn.
Das Leben etwas vages,
Du sollst nach vorne sehn.
Wo eigentlich ist vorn,
wer hat das festgelegt?
Fortunas Füllehorn,
es scheint mir leergefegt.
Betäub Dich täglich nur aufs Neue
mit Sex, TV und Religion,
schwör Deinem Arbeitgeber Treue,
belüg Dein Weib am Telefon.
Wie ich dieses Spiel verachte!
Und dennoch spiel ich wieder mit.
Das Leben zwingt Dich erst nur sachte
und dann mit einem derben Tritt.
So wie der Lude seine S.chlampe
in jener harten Rotlichtwelt,
schubst das System uns in die Pampe,
nicht mit der Hand, nein, nur mit Geld.
Hast Du welches, bist Du wer,
man achtet Dich, Du bist famos!
Hast Du keines, ist es schwer,
denn Du bist recht- und ehrenlos.
Ich halt mich fest an meiner Liebe,
versteck mich hinter meiner Kunst,
das Einzige, wovon die Diebe
mehr nicht sehn als blassen Dunst!
Die Sonne geht bald auf,
bald kommt die grelle Stunde.
Komm Schatz, steig nochmal auf,
wir drehen noch ne Runde…