
Das Politiker-Sportfest
(von BitStreamer)
Des Morgens, nur nicht allzu früh,
geben sie sich wieder Müh'
und sind auf ausgetret'nen Wegen
zum täglich' Sportfest angetreten.
Niemand trägt hier kurzes Dress,
nein, das wäre viel zu keß,
der dunkle Anzug prägt das Bild -
und vorne der Krawattenschild.
Niemand hat sich vor dem Raufen
um Ruhm und Ehre warmgelaufen.
Man kommt im schönen warmen Fond
der Limousinenpanzerung.
Tauzieh'n ist heut Tagesplan -
hektisch denkt ein Jeder dran,
ob schriftlich das geregelt sei
mit der Strippenzieherei.
Ein Herr von ziehmlich kleinem Wuchs
kümmert sich um Arbeitsschutz
und verteilt aus seiner Truhe
an alle nun Glacé-Handschuhe.
Die Mannschaften sind noch nicht klar.
Zwar gibt es welche, das ist wahr,
doch viele wechseln ständig weiter -
sie wollen sein der Mannschaftsleiter.
Als dieses dann mit Not geklärt,
weiß man nicht, wie man wohl verfährt,
wer wohl als Erster ziehen soll
zu seiner Ehr' und Volkes Wohl.
Darüber wird nun abgestimmt
und einige sind bös ergrimmt,
doch - um des Volkes Wohl - der Reigen
wird sich dem Stimmenurteil beugen.
Über allen diesen Worten
ist es nun fast Nacht geworden
und so muß, und das ist schwer,
schnellstens ein Ergebnis her.
Also greift, ob Mann, ob Frau,
jeder sich ein Stückchen Tau
und sie zerren auf der Lichtung
jeder in 'ne and're Richtung.
So wird das nichts, stellt man dann fest,
eh' man vom Volk sich schelten läßt
hat man sich - einstimmig gesagt -
dann auf den nächsten Tag vertagt...