
oder...das Gewissen
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Als Gott die Menschen sich betrachtet,
die er vor Urzeit stolz gemacht,
da war ihm fast, dass er verachtet,
was er im Guten einst vollbracht.
Da kam ein Engel ihm entgegen,
und sah den Herrn in seiner Qual,
er fragte Gott nach dem weswegen
und was des Friedens seiner stahl.
Der Vater zeigte auf die Erde
und sprach von "Sünde, Last und Leid"
und dass nichts mehr wie einstmals werde
und dass des Menschen Zeit vorbei.
Der Engel flog zur Erde nieder,
um selbst zu sehn, was Gott gemeint
und als er sah die Menschen wieder,
da hat er still und leis geweint.
Die Menschen sangen Lästerlieder
und hatten Götzen sich erwählt,
ein Jeder trat den Andern nieder,
so wie es Gott zuvor erzählt.
Der Engel konnte nur noch weinen
und Tränen fielen auf die Welt
und trafen dort auf die der Seinen,
die jedem Mensch zum Schutz gestellt.
Als jene Engel dieses spürten,
wie traurig ihresgleichen war,
da stiegen sie zu dem Berührten,
gen Himmel hoch als Engelschar.
Sie nahmen ihn in ihre Mitte
und weinten still in ihrem Schmerz
und niemand, der nicht gleichsam litte,
der dies vernahm als Mensch mit Herz.
So kam es, dass die Menschen spürten,
wie Schmerz die Seinen auch vereint,
weil abertausend Tränen führten,
dass ihr Gewissen gleichsam weint.
Noch heute ist die letzte Hürde,
Gewissen - was den Menschen bricht,
es schützt ihn vor des Schuldsein Bürde,
bevor das Sein im Leid erlischt.