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xxNächtliches Zwiegespräch
Geschrieben von BitStreamer am Samstag, 10. März 2007
 Zeitgeschehen Nächtliches Zwiegespräch (von BitStreamer) Tief in so einer kalten Nacht bin ich mal wieder aufgewacht. Durchgefroren, doch am Schwitzen, seh ich jemand im Zimmer sitzen. Ich denk mir so, na huch, nanu, wer zur Hölle bist denn Du? Da trifft's mich wie aus Himmel heiter, es ist mein ständiger Begleiter. Der, der mir schon seit Jahren hält die Treue stets in dieser Welt, der mich - ob hungrig oder satt - seit Jahren nicht verlassen hat. Hallo Elend, na wie stehts, sind lang gemeinsam unterwegs. Willst Du nicht bald mal von mir scheiden, und jemand anderen begleiten? Such Dir 'nen fetten Nimmersatt, der alles stets bekommen hat, nimm wen, der groß ward durch die andern, die stets an Deiner Seite wandern! Das Elend sprach, eins sag ich Dir: So einfach ist das nicht mit mir. Ich werd' Dir, quasi von ganz oben, vom Nimmersatt stets zugeschoben. Gern nähm' ich, und das wurmt mich sehr, den reichen Sack statt Deiner her. Gern zeigte ich ihm Deine Welt, glaub nicht, daß ihm das sehr gefällt. Doch ach, der Sack hat's auch nicht leicht, ist von der Krankheit aufgeweicht, die macht, daß er nichts sehen kann und hören von Deiner Sorte Jammerchören. Und noch etwas, ich sag's Dir bloß, gäb's Dich nicht, wär ich arbeitslos. Und für mich gibt's keine Kasse wie für die breite Elendsmasse. Na gut, sag ich, das ist fatal und irgendwie auch unsozial. Das Elend arbeitslos, das ist ja fast schon wie im Paradies. Laut Kirche soll das Paradies auf Erden erst nach dem Tod vergönnet werden. Was soll ich nach dem Tod damit - heut lebt alles, was ich lieb'! Ich weiß nicht, wie Ihr Euch das denkt, schließlich will ich nichts geschenkt! Das, was ich will, ist ganz normal, ein Leben ohne sinnlos Qual. Will Arbeit für das Brot im Mund, paar Brocken übrig für den Hund, das Lächeln meiner Liebsten hier und ab und zu ein kühles Bier. Da meint das Elend: Statt zu keifen mußt Du den Nimmersatt Dir greifen. Stoß ihn herab von seinem Thron, die Freiheit sei Dein reicher Lohn. Wie hab ich darauf losgelacht! Ganz laut, bin drüber aufgewacht. Wie schade, alles nur ein Traum! Im wahren Leben klappt das kaum. Oder? Vielleicht klappt es doch? Millionen hocken hier im Loch des Lebens so wie Du und ich - die Wut staut sich verführerisch! Wir brauchen aus den Elendssitzen nur anständige Prügel schnitzen. Dann zeigen wir dem Nimmersatt, was er in uns geschaffen hat! Das, was er sich angerafft, wird gemeinsam weggeschafft, auf alle gleichsam dann verteilt und so die kranke Welt geheilt.

Nächtliches Zwiegespräch

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