
Siegfried und ich
(von BitStreamer)
Kennst Du sie noch, die alte Mär,
von Gunther und von Giselher,
von Siegfried und den Nibelungen,
die von den Alten oft besungen?
So wie der Siegfried sah ich sie,
so stolz und wunderschön wie nie
quer durch den Saal, sie war die Beste
auf fröhlich-lautem Wiegenfeste.
Ich liebe sie, die stolze Frau,
noch heut' wie zu Beginn genau,
für ihrer Liebe Unterpfand
setz ich die halbe Welt in Brand.
Für sie will ich die Lanze brechen,
mit Federkielen um mich stechen,
will kämpfen wohl mit Schwert und Laute,
nur für ihr Lächeln, das vertraute!
Für sie und mich ging ich nun fort,
such' meinen Nibelungenhort,
zu schenken der, die mir so hold,
mit Freuden alles Weltengold.
Fänd' ich statt Goldes doch nur Steine,
sie hat versprochen, sie ist meine,
ist auf den Reichtum nicht mal aus,
wohnt mit mir auch im kleinen Haus.
Ich hoffe nur, es kommt kein Hagen,
um mich von hinten zu erschlagen,
derweil ich mich in trauter Freud'
an kühler Quelle niederbeug'.
Nichts würd' mich tiefer wohl entsetzen
als mir die Stelle zu zerfetzen,
die, nur der Holden wohl benannt,
vom Drachenblut noch nichts gekannt.
Beim Siegfried war's ein Lindenblatt,
das ihn verwundbar hat gemacht.
Für mich wär's wohl der größte Schmerz,
träf' sie mich einfach nur ins Herz.