
Wenn der Zeitgeist dich bedrängt,
Dich oft gängelt und beengt,
Daß Du auch moderne Sachen
Endlich einmal solltest machen,
Dann beharrst du gern darauf:
Deine Seel’ steh’ nicht zum Kauf!
Du willst treu dir stetig bleiben,
Frei und ehrlich immer schreiben,
Nicht so, wie es wird diktiert,
Auch, wenn man dich ignoriert,
Und dich lächerlich will machen,
Ob der antiquierten Sachen,
Ganz romantisch und gereimt,
– Hundert Jahr’ zu spät geträumt –
Sagt man dir, in diesem Sinne
Die Karriere nicht beginne.
Wenn du wirklich nicht bereit
Bist zu schreiben, wie’s die Zeit
Heut von jedem darf erwarten,
Hast du damit schlechte Karten.
Deine Unbeirrbarkeit
Hast am End’ du nichts gereut.
Als dein Publikum vernommen,
Daß man dir nicht beigekommen,
Ward es plötzlich sehr berührt,
Hat den Zauber gleich gespürt,
Der aus deinen Werken klingt,
und in alle Seelen dringt.
Brigitte Pulley-Grein
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