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xxSehnsucht, (Eduard Mörike)
Geschrieben von Berny am Montag, 07. November 2005
Eduard Mörike Sehnsucht In dieser Winterfruehe Wie ist mir doch zumut! O Morgenrot, ich gluehe Von deinem Jugendblut. Es glueht der alte Felsen, Und Wald und Burg zumal, Berauschte Nebel waelzen Sich jaeh hinab das Tal. Mit tatenfroher Eile Erhebt sich Geist und Sinn, Und fluegelt goldne Pfeile Durch alle Ferne hin. Auf Zinnen moecht ich springen, In alter Fuersten Schloss, Moecht hohe Lieder singen, Mich schwingen auf das Ross! Und stolzen Siegeswagen Stuerzt ich mich brausend nach, Die Harfe wird zerschlagen, Die nur von Liebe sprach. - Wie? schwaermst du so vermessen, Herz, hast du nicht bedacht, Hast du mit eins vergessen, Was dich so trunken macht? Ach, wohl! was aus mir singet, Ist nur der Liebe Glueck! Die wirren Toene schlinget Sie sanft in sich zurueck. Was hilft, was hilft mein Sehnen? Geliebte, waerst du hier! In tausend Freudetraenen Verging' die Erde mir.

Sehnsucht, (Eduard Mörike)

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