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xxDie neue Welt wartet...
Geschrieben von komanur am Donnerstag, 03. November 2005
 Kurzgeschichten Gestern lag ich auf einem chlorophylbedecktem Laken der Flora. Ich lag so da und versuchte mir selbst die Zeichnungen der Wolken zu deuten. Zeichnungen die jeder anders sieht. Ich sah wie sich zwei Geister verfolgten und dann in eine anderen Wolkenzeichnung verschwanden, die einen seltsamen Wirbel umschrieb. Erst als der zweite Geist vollständig darin verschmolzen war, schien er von Minute zu Minute kontinuierlich zu wachsen. Er schien in einiger Entfernung stehen zu bleiben und auf irgendetwas zu warten. Ich setzt mich auf, weil ich ebenfalls auf irgendetwas zu warten schien. Wusste aber nicht auf was. Gespannt schaute ich zu. Der Wirbel hatte aufgehört an Größe zuzunehmen und wenn man genau hinsah drehte er sich immernoch leicht in sich. Irgendetwas schien sich in dem Wirbel zu bewegen. Etwas großes. Etwas sehr großes. Eine riesige Hand streckte sich aus dem Wirbel der zwei Geister nieder. Sie war weit geöffnet, als wenn sie jeden Moment nach etwas greifen wollte. Immer tiefer sinkend, traf sie schließlich auf den Boden und die säulenartigen Finger bohrten sich in die unter ihr liegende Erde. Sie versanken ganz langsam, wie ein meerumgebenes Schiff, dass sich, in Vorbereitung auf das Vergessenwerden, der Tiefe ergibt. Als die Finger fast bis zum Anschlag vergraben waren, schien sich die Hand zu schließen, und mit einem sanften Ruck die Erde in ihr von der außenliegenden zu befreien. Allerdings ohne sie zu beeinflussen. Beide blieben ohne irgendeine Bewegung. Weder Stauchung noch Streckung. Nur das wieder nach oben Bewegen. Die Hand bewegte sich immer zügiger wieder auf den sich immernoch leicht drehenden Wirbel zu. Erstaunt, aber nicht sonderlich erschrocken, schaute ich fasziniert zu. Mit fragender Miene schaute ichz mich um. Ob es wohl auch jemand anderes gesehen hatte. Als ich meinen Kopf dann nach rechts drehte, um im Augenwinkel hinter mich zu schauen, ob vielleicht dort jemand anderes diesem Ereignis gefröhnt hat, strich plötzlich ein sanftes, weißes Tuch, dass mir wie ein Hauch an den wangen entlang glitt, über mein Gesicht. Ich schloss die Augen, um dieses plötzliche Gefühl des Wohlbefindens voll zu genießen. Als es mein Gesicht wieder losließ, öffnete ich meine Augen. Eine komplett in weiß gehüllte Gestalt. Es schien ein junger Mann zu sein. Ich schaute ihn fragend an. Als wenn ich von ihm eine Antwort auf das eben gesehene erhalten würde. Erst jetzt sah ich, dass er mit bedrübter Miene dreinsah. Von allein fing er mit sehr einfühlsamer und doch bedrückter Stimme zu sprechen. Der Gesichtsausdruck und die Stimmlage passten perfekt zusammen. Die Stimme erklang sanft: >>Er hat keine Geduld mehr, denn wir haben versagt<<. Jetzt verstand ich noch weniger, und mein Blick wurde noch fragender. >>Er will sie säubern und eine Neue errichten. Er holt sie sich Stück für Stück zurück, wirft sie durch das Sieb der Zeit an den "Anfang" zurück. Damit sie nicht nur von Schäden gereinigt wird, sondern auch moralisch. Ohne schlechte Erinnerung. Ohne Vergangenheit<<. Während er diese Wörter sprach, ist der Wirbel wieder zu den zwei Geistern aufgespalten, näher an mich herangetrieben und wieder in einem Wirbel miteinander verschlungen. Erneut erscheint die Hand und greift sich ein neues altes Stück seines Eigentums zurück. >>Die "neue Welt" soll viel schöner und noch freier werden<<. fing er erneut an. >>Deshalb werden wir nicht mehr gebraucht<<. Er schien nicht die Menschheit an sich zu meinen, sondern nur eine bestimmte Gruppe. >>Es ist ihm egal geworden was aus uns wird<<. Wieder teilte sich der Wirbel, entzweite sich in zwei Geister, und vereinigte sich wieder zu Éinem. Doch diesmal stand dieser genau über mir. Aus der, im Gegensatz zu dem neben ihm stehende Mann, blickende Froschperspektive, schaute ich den Mann von fast unten an. Erst jetzt sah ich, dass er irgendetwas am Rücken trug. Etwas Großes, Imposantes und in dem gleichen weißen Hauch, inder seine Robe glänzte. Es waren Flügel. Sollte er ein Engel darstellen??? Das würde seine Kenntnis über die erdergreifende Hand erklären. Das würde auch erklären, dass er anscheinend eine bestimmte Gruppe meinte. Die Engel. Als ich meinen Blick wieder von ihm abwandte und dem Wirbel zu, sah ich schon die Finger aus ihm herausragen. Langsam und bedrohlich kam die Handfläche nach, und berwegte sich auf mich zu. Immer näher und näher. Schließlich bohrten sich die Finger rund um mich in die Erde. Ganz ruhig sah ich zu. Ohne jegliche Art von Angst oder Bedrängnis. Wieder mit einem sanften Ruck erhob sich die Erde in der Hand, beschichtet mit einen chlorophylbeschichteten Laken der Fauna, und diese beschichtet mit mir. Als ich den Ruck verspührte, merkte ich das der "Engel" verschwunden war. Hatte er sich in Luft aufgelößt? Ist er weggeflogen? Ist er runtergefallen? Ein gefallener Engel????? Während ich mich in der Hand und auf dem Laken dem Himmel empor hob, wurde die über mir schwebende Handfläche immer heller. Desto höher ich mit der Hand und der Erde kam, desto gleißender wurde das Licht. Es schien als wenn sich langsam vor mir eine Tür auftat. Eine Tür aus einem hellen Schein. Ein warmer, heller Schein. Ist dahinter die "neue Welt"? Ist dass das Sieb der Zeit? Ich legte mich wieder zurück und breitete die Are aus. Die Grashalme strichen sanft unter meinen Armen entlang. Wenn ich jetzt einen Schritt im liegen auf "die Tür" zumachen könnte, würde ich es tun. Also tat ich einen Imaginären. Das Licht und die Wärme umschlungen mich immer mehr. Mehr und mehr. Langsam verblich das Umfeld. Es wurde zu hell um etwas zu erkennen. Und mit jedem Moment das ich in der Hand, auf der Erde und dem Laken dem Himmel näher kam, und das Licht mich mehr in sich aufnahm, tratt ich ein Stückchen mehr in die "neue Welt". Jetzt konnte ich vor Helligkeit nichts mehr erkennen. Weder mein Äußeres, noch mein Inneres. Es ist zu hell zu sehen, oder zu denken. Weißer als weiß. Heller als hell. Die "neue Welt" wartet...

Die neue Welt wartet...

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