
Ein Tag im Sommer - brütende Hitze.
Mich zieht’s in den Wald, weil ich dort nicht so schwitze.
Verwelkt sind die Blumen, verdorrt ist das Gras.
Bäume und Sträucher lechzen nach Nass.
Alles sehnt sich nach Regen, den wir lange nicht hatten.
Das Barometer zeigt immer noch „30“ im Schatten.
Schwül ist die Luft, das Gehen fällt schwer,
Wunsch nach Erfrischung, wie schon lange nicht mehr.
Kein Wölkchen am Himmel, soweit ich auch schau,
mein Blick schweift nur übers endlose Blau.
Auf einmal, ich bin noch am Waldesrand,
erfasst unheimliche Stille das ganze Land.
Das Zwitschern der Vögel ist plötzlich verstummt,
kein Bienchen zu sehen, das um mich her summt,
vom Westen her weht ganz sanft eine Brise,
die ich gern einen Moment lang genieße.
Der Himmel verfärbt sich, wird ganz grau,
was nun kommen wird, das weiß ich genau.
Grelle Blitze zucken, Donner grollt,
ein Igel am Wegrand , eingerollt,
in kürzester Zeit ist das Himmelszelt
gefüllt vom Regen, der hernieder fällt.
Ich muss mich beeilen, mir bleibt keine Zeit,
die Schleusen des Himmels sind offen, ganz weit.
So schnell wie ich kann, lauf ich durchs Gras,
die Kleider am Leib sind schon ganz nass.
Das Plätschern des Bachs, dem ich vorher konnt’ lauschen,
hat sich verwandelt in drohendes Rauschen.
Die Regentonne, schon gefüllt bis zum Rand,
im Matsch nun lauf ich, anstelle von Sand.
Zu Haus’ angekommen, die Stufen hinauf,
da hört’s auch schon wieder zu regnen auf.
Das Gewitter, vorbei, so schnell wie’s gekommen.
Ich schaue mich um, bin noch etwas benommen.
Minuten später, und mir wird’s nun klar,
ist es so ruhig wie’s vorher schon war.
Die Sonne scheint wieder, ich kann sie seh’n.
Es ist so, als wäre gar nichts gescheh’n.
Ein Regenbogen erscheint am Himmel, ganz sachte,
als Zeichen des Bundes, den Gott mit uns machte.