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xxDas Schiff
Geschrieben von Anette am Donnerstag, 05. Mai 2005
 Erinnerungen ...
Stolz lag er draußen im Hafen ganz weit,
ein Koloss, für die Jungfernfahrt bereit.
Das teuerste Schiff, das je man gebaut,
erzählte man sich überall und ganz laut.
„Selbst Gott wird es zum Sinken nicht bringen“,
konnte man lesen, auf dem Heck, ganz hinten.
Ein Luxusdampfer, der mit voller Pracht
zum Auslaufen bereit war in der Nacht.
Menschenschlangen standen davor,
erwartungsvoll, dass man öffnet’ das Tor.
„Ein großes Erlebnis“, irgendwer brüllte,
als langsam der Rumpf mit den Leuten sich füllte.
Arme und Reiche, man redete viel,
jeder wollt’ mit dem Schiff an sein Ziel.
Die Menge jubelte, die Zeitung berichtete,
als der Anker zur Abfahrt sich endlich lichtete.
Ächzend und krachend bewegt’ es sich schwer
und langsam lief’s aus ins offene Meer.
Die Lichter des Schiffs wurden entzündet
und der Beginn eines Festes stolz verkündet.
Musik erklang von weitem her
und funkelnde Lichter sah man draußen im Meer.
Sie tanzten und lachten, tranken viel Wein,
bis zum letzten Tropfen sollte es sein.
Man dacht’ an nichts Böses und war unbeschwert,
doch Unglück sollt kommen, langsam sich nähert’.
„Eisberg voraus“, ertönte der Schrei,
mit Tanzen und Lachen war’s plötzlich vorbei.

Ein kurzer Moment - und das riesige Schiff
rammte mit voller Wucht dieses Riff.
Es war schon zu spät, man merkte benommen,
konnte dem Schicksal jetzt nicht mehr entkommen.
Panik brach aus, Angst vorm Ertrinken,
das Schiff fing an langsam zu sinken.
Mit Entsetzen sah man im Geiste schon Tote,
es gab nicht genügend Rettungsboote.
Frauen und Kinder zuerst man wollt’ retten,
doch kam man nicht mehr an ihre Betten.
Schnell waren die unteren Räume voll,
Wasser aus allen Ritzen schon quoll.
Auf einmal geschah es, auf hoher See,
die Spitze des Bugs ragt’ in die Höh’.
Dann sank es, in kürzester Zeit.
Die angstvollen Schreie hallten sehr weit.
Keine Rettung in Sicht, kein Schiff war da
um aufzunehmen was übrig war.
Das Schiff zog alles mit sich hinab
und vieltausend Menschen fanden ihr Grab.
Die Zeitungen berichteten, darin man schrieb:
„Eine Handvoll nur war’s, die übrig blieb.“

Tief unten im Meer wird das Schiff nun verrotten.
Drum sei auf der Hut: Gott lässt sich nicht spotten.



Das Schiff

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