Statistik
Wir hatten
15 323 787
Seitenzugriffe seit Juli 2002

81 Web-Links
5 576 * besucht

7 Files wurden
65 * gesaugt

Dateien:
17,04 MB
xxMein Enkel
Geschrieben von Anette am Samstag, 16. April 2005
 Humor das ist eins meiner Lieblingsgedichte


„Mach ganz schnell auf, Omi“, klang’s an der Tür.
„Stell dir nur vor, ich bleib’ heute bei dir!
Die Mama bald zur Arbeit muss,
und Papa ist schon weg mit dem Bus.“
Da stand er, mein Enkel, und strahlte mich an:
„Omi, ich bin schon ein großer Mann,
darf heut’ ganz lange bei dir bleiben
und mir bei dir die Zeit vertreiben.
Ich legte die Arbeit nieder, die viele,
weil er nun wollte, dass ich mit ihm spiele.
Er rannte durchs Zimmer, der Wirbelwind,
quietschte vor Freude, das glückliche Kind.
Ich setzte mich hin, nahm ihn auf den Schoß,
da sprudelten seine Fragen schon los:
„Sag mir, warum die Kühe nicht schwitzen?
Kann man auf dieser Wolke dort sitzen?
Warum geht denn ein Schiff auf dem Meer nicht unter?
Weshalb fällt ein Flugzeug vom Himmel nicht runter?
Warum kann ich eigentlich nicht fliegen?
Können Gummibärchen auch Kinder kriegen?“
Ich schnappte nach Luft und musste jetzt lachen.
Schon fragte er weiter, nach anderen Sachen:
„Warum werden die Menschen alt?
Warum ist der Schnee so kalt?
Weshalb hat der Hahn das Huhn jetzt gebissen?
Wie viele Federn sind hier in dem Kissen?“
Omi, du weißt es, bist schließlich nicht dumm,
warum läuft die Uhr nicht anders herum?“

Ich suchte nach Antwort auf all seine Fragen:
„Omi, ich weiß, du kannst es mir sagen!“
Er wollt’ es wissen, es war kein Scherz.
Ich lächelte und mir wurd’ warm ums Herz,
als er sein Gesichtchen zu mir drehte
und sanft seine Ärmchen um mich legte.
Er flüsterte mir leise ins Ohr,
sein Stimmchen kam mir müde vor:
„Omi, ich hab dich so lieb“,
dabei er sich die Äuglein rieb.
Die Zeit verging schnell wie im Flug
und schließlich war es ihm genug.
„Omi, ich will dich nicht länger mehr quälen,
will deine Löcher im Bauch einmal zählen.“
Mit meiner Hilfe kam er bis neun,
legte sich hin und schlief sofort ein.
Ich sah in sein süßes Kindergesicht,
rein wie ein Engel, er rührte sich nicht.
Dann küsste ich ihn, strich ihm übers Haar:
„Was du heut’ noch nicht weißt…

vielleicht nächstes Jahr!“


Mein Enkel

Keine anonymen Kommentare möglich, bitte zuerst anmelden

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.


Einstellungen
Artikel Bewertung
Ergebnis: 5
Stimmen: 1


Bitte nehmen Sie sich die Zeit und bewerten diesen Artikel: