Statistik
Wir hatten
15 320 366
Seitenzugriffe seit Juli 2002

81 Web-Links
5 576 * besucht

7 Files wurden
65 * gesaugt

Dateien:
17,04 MB
xxLetzter Gedanke
Geschrieben von Anette am Freitag, 25. Februar 2005
 Trauer Was sol ich hierzu schreiben? Ich denke der Text sagt alles
Am späten Nachmittag, das Gehen fällt ihr schwer,
auf zwei alten Krücken kommt sie daher.
Das Gesicht voller Falten ,die Augen krank,
setzt sie sich zum Ruhen auf eine Bank.
Das Holz knackt leise unter ihrem Gewicht,
von der Bank im Park ,dort vor dem Gericht.
Ein schmerzvolles Stöhnen dringt aus ihrem Mund.
Sie ist ja schon lange nicht mehr gesund.
„Sie müssen sich schonen, nicht mehr viel wagen“,
gab der Arzt ihr zur Antwort auf ihre Fragen.
Sie lässt sich jetzt sinken, ist nun bereit,
und weiß, ihr bleibt nicht mehr viel Zeit.
Die Krankheit verfolgt sie auf Schritt und Tritt,
das Herz macht auch schon lang’ nicht mehr mit,
das Atmen bereitet ihr große Not,
und hinter jeder Ecke lauert der Tod.

Sie schließt die Augen, sucht vergangene Sterne
und ihre Gedanken ziehen weit in die Ferne.
Fast siebzig Jahre ist es schon her,
dass sie ihn verlor, das war sehr schwer.
Sie denkt an ihn, und in ihrem Herzen
bemerkt sie schon wieder diese furchtbaren Schmerzen.
Sein schönes Gesicht konnte sie niemals vergessen,
seine ganze Liebe hatte sie einst besessen.
Doch dann musst’ er fort und zog in den Krieg,
die Briefe blieben aus, selbst nach dem Sieg.

Eine Träne, die jetzt ihr Augen benetzt,
wischt sie fort, als sich ein Mann zu ihr setzt.
Sie streift ihn kurz mit scheuem Blick
und denkt an ihren Liebsten zurück.

Eine ganze Weile, die Zeit verrinnt,
als plötzlich der Mann zu reden beginnt.
Sie kennt diese Stimme, nun horcht sie auf.
Dann nimmt das Schicksal seinen Lauf …
Er erwidert den Blick, der auch ihm so vertraut.
Lang’ haben sie sich in die Augen geschaut.
Freude und Glück sich jetzt in ihr regt
und erwärmt ihr Herz als er den Arm um sie legt.
Sie reden nicht mehr, jedes Wort ist verklungen,
halten sich nur noch ganz eng umschlungen.

Sie spürte nichts mehr von der Kälte der Nacht,
der Tod hatte sie wieder zusammengebracht.
Am anderen Morgen fand man sie recht bald,
mit erstarrtem Blick und die Hände kalt.
Ein glückliches Lächeln lag auf ihrem Gesicht -
allein saß sie da, auf der Bank vorm Gericht.

Letzter Gedanke

Keine anonymen Kommentare möglich, bitte zuerst anmelden

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.


Traumliese schreibt am 26.02.2005 19:46:
Ja,die Zeilen berühren wirklich sehr und man ertappt sich dabei,wie man sich selbst eine Träne wegwischen muß. Traumliese
magic schreibt am 26.02.2005 18:12:
Es hilft zu lesen das sie nicht ganz allein und vorallem "glücklich" gegangen ist. Die Zeilen berühren sehr!
Einstellungen
Artikel Bewertung
Ergebnis: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich die Zeit und bewerten diesen Artikel:
Excellent
Sehr gut
Gut
Okay
Schlecht

Verwandte Links

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema Trauer: