
G l e i c h m a ß Z e i t
Das Leben gehet träg im Leiden,
Und still zu stehen scheint die Zeit;
Minuten kommen dir wie Stunden,
Und Tage vor wie Ewigkeit.
G l e i c h m a ß Z e i t
Das Leben gehet träg im Leiden,
Und still zu stehen scheint die Zeit;
Minuten kommen dir wie Stunden,
Und Tage vor wie Ewigkeit.
Ganz anders ist es mit der Freude;
Zu schnell verrinnt die kostbar Stund’,
Nennst du ein liebend Herz dein Eigen,
Ein dich betörend küssend Mund.
Nur einzig in den Alltagsdingen
Scheint es ein Gleichmaß offenbar,
Ein nicht zu kurz und nicht zu lange;
Allein, die Zeit bleibt, wie sie war.
Wenn dir einmal der Sinn wär’ trübe,
Bedenke doch: Zeit bleibt nicht stehn!
Obgleich sie dir dann quälend träge,
Scheint’s Liebenden zu schnell zu gehen.
Das hat schon seinen Sinn im Leben,
Auch graue Tage müssen sein;
Dann schätzt du auch der Distel Blüten,
Hoffst unverzagt auf Sonnenschein.
Und ebenso geht’s mit der Freude,
Stets blauer Himmel wär’ doch fad;
Siehst aber du nach Trübsal Strahlen,
War’s um die Finsternis nicht schad.
Brigitte Pulley-Grein
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