
Die Welt liegt schon im Dunkel,
nur manchmal blinkt ein Stern
verheißungsvoll hernieder,
durch Wolken, aus der Fern.
Mit traulich lieben Funkeln
scheint er zu dir herein,
- in deine stille Kammer -
mit seinem holden Schein.
Doch was muß er denn sehen
auf deinem Angesicht?
Da rinnen heiße Tränen
herab im Silberlicht.
Rasch weckt er Schwestern, Brüder,
die noch in Wolken ruhn,
erzählt, was er gesehen
und was nun sei zu tun.
Sogleich gehen alle Sterne
im vollen Glanze auf;
und mit dem Gruß vom Liebsten
hält ein der Tränen Lauf.
Drauf spielt ein dankbar Lächeln
um deinen schönen Mund;
nun spürst du seine Nähe,
in dieser nächtlich Stund’.
Denn er versprach beim Abschied:
Will stets gedenken dein,
und solltest du mal weinen,
schick ich die Sternelein.
Brigitte Pulley-Grein / 2 6. O k t. 1 9 9 8