Poeten-Treff
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Autor Thema: Leichen zum Frühstück, Blut zum Kaffee...  (Gelesen 6460 mal)
BitStreamer
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« am: 07.12.2006 - 13:35:31 »

Erst die Columbine High, dann Erfurt, jetzt Emsdetten. Ein Aufschrei geht durch die Medien und wieder einmal betreibt man „Ursachenforschung“. Schon sind die Schuldigen entlarvt, der Lehrerverband warnt und die Union verurteilt - man redet von Killerspielen und von der Verrohung der Jugendlichen...

Wenn ich mir das so ansehe muß ich sagen: Ja, Ihr habt Recht. Ihr habt Recht mit der Aussage, daß unsere Gesellschaft eine immer niedrigere Hemmschwelle zur Gewalt erzeugt. Ihr habt Recht, wenn Ihr behauptet, Jugendliche fahren in ihrer zukunftsarmen, illusionslosen Welt plötzlich auf Waffen und Uniformen ab. Aber bitte:
Schiebt den schwarzen Peter nicht immer wieder der Spiele-Industrie bzw. den Spielern zu.

Wenn ich morgens die Nachrichten ansehe, sehe ich Gewalt. Ich sehe eine Welt, die an allen Ecken und Enden brennt und blutet. Ich bekomme Leichen zum Frühstück präsentiert - und meine Hemmschwelle wird gesenkt durch die Aussage, daß die Bundeswehr wieder einmal unterwegs ist, um ein fremdes Land zu befrieden. Der weltweite Krieg um Rohstoffe und wirtschaftliche Vorherrschaft wird mir erklärt als der „Kampf gegen den internationalen Terrorismus“ und „Nation Building“.

Diese Nachrichten kann ich den ganzen Tag verfolgen - egal, ob ich acht oder achtzehn Jahre alt bin. Wo ist da eigentlich der Hinweis „Diese Sendung ist für Zuschauer unter sechzehn Jahren nicht geeignet.“? Überhaupt: Wieso eigentlich darf man Gewalt im Fernsehen schon ab 16 sehen, Sex hingegen ist ab 18? Also mir persönlich wäre es lieber, die Leute würden ihr Leben damit verbringen, zu vögeln statt auf einander zu schießen...

Aber zurück zu den „Killerspielen“. Counter-Strike wird immer wieder genannt. Für mich ist das ein Räuber-und-Gendarm-Spiel für ERWACHSENE. Deshalb kann man es erst mit 18 Jahren kaufen - und man muß auch volljährig sein, um es auf LAN-Veranstaltungen spielen zu dürfen. Ein vernünftiger Umgang mit diesem Medium ist also doch eigentlich gegeben. Natürlich ist diese Alterskontrolle nur schlecht einzuhalten, wenn Eltern mehr mit dem Kampf ums wirtschaftliche Überleben ihrer Familie zu tun haben als sich mit ihren Kindern und dem, was sie spielen, auseinanderzusetzen. Natürlich ist auch, daß wir in den Schulen schon wieder dabei sind, eine Ellenbogen-Elite zu schaffen, wo der auf der Strecke bleibt, der eben nicht so hart und rücksichtslos ist. Wo sind eigentlich die Psychologen, die Heranwachsende betreuen, wenn Pädagogen die Probleme bei ihren Schutzbefohlenen erkennen? Warum kürzt man Sozialarbeiterstellen, wo doch um uns herum ein sozialer Brennpunkt nach dem anderen entsteht?

Ich denke, ich gehe jetzt Counter-Strike spielen, denn ich darf das. Ich bin 34. Und ich gehe verantwortungsvoll damit um. Die, die ich töte, stehen alle wieder auf, lachen mit mir und sehen es wie ich als ein Spiel an, nicht als „Realitätsverschiebung“. Das ist eben anders als in Euren Nachrichten.

BitStreamer
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„Die derbsten Fallstricke der Welt sind aus Unterröcken gewunden.“ (Friedrich Nietzsche)
Morgas
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« Antworten #1 am: 07.12.2006 - 15:56:57 »

 thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup   thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup  thumbup   thumbup   thumbup   thumbup  thumbup   thumbup  

mehr weiß ich nich zu sagen cool   das is wirklich erbärmlich wenn die spiele die ursache für die gewalt sein sollen . ich meun da is feuerholz hacken ja noch gefährlicher oder ne slot machine da die mehr aggressionen oder gewaltbereitschaft verursachen als cs (Counter-strike ) da ich in diesem spiel mehr aggression ablasse als aufbau und wer so psychisch krank is und anderen die schuld für alles geben und die dann noch abknallen obwohl die offiziell nich ma an waffen kommen dürften aber DAS iteressiert ja wieder keinen
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nur weils dir schlecht gehts musste noch lange nich ne scheiß laune haben ^^
Geordi
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« Antworten #2 am: 07.12.2006 - 19:32:44 »

Sehr richtig - wenn jemand derart gewaltbereit ist, dann lacht er über "Counterstrike"....hat meiner Meinung nach nichts mit "Killer"-Spielen zu tun.
An den wirklich Ursachen sollte man einmal forschen...
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magic
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« Antworten #3 am: 07.12.2006 - 19:41:26 »

Ja genau das ist es nämlich!Es wird doch immer zu erst das einfachste und leichteste genommen was sie bekommen können um es vorzuschieben,um sich den wirklichen Poblematiken wieder mal nicht zu widmen!
Scheißladen!Sorry,ist so!
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Lache nie über jemanden der Schritte rückwärts geht,er könnte Anlauf nehmen!
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Puhbärchen
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« Antworten #4 am: 10.12.2006 - 18:53:28 »

OK OK ich sach auch mal was dazu Smiley

Mich nervte schon ein Beitrag neulich im Fernsehen, dass Basti angeblich seine Schule nachgebaut hat - nur "schade" dass er zwar in dem "Verbreitungsthread" was geschrieben hat - aber der Thread älter war als ResidentX's Autritt Wink

Die Medien und andere Manipulieren an dieser Stelle Meinungen - und das ist einfach nur traurig !
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Morgas
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« Antworten #5 am: 10.12.2006 - 19:12:17 »

nich schade sondern heutzutage schon wieder menschlich  thumbdown  
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BitStreamer
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« Antworten #6 am: 11.12.2006 - 04:57:43 »

Ich finde sehr traurig und unsinnig, daß im Moment wie schon vor Jahren Leute, die eigentlich nie ein solches Spiel gespielt haben, über die Wertigkeit von Computerspielen urteilen und obendrein als "Experten" zu Rate gezogen werden.

Mir persönlich kommt das vor als ob Kardinäle über das Recht der Frau zur Selbstbestimmung über das ungeborene Leben diskutieren...

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„Die derbsten Fallstricke der Welt sind aus Unterröcken gewunden.“ (Friedrich Nietzsche)
andromeda
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« Antworten #7 am: 11.12.2006 - 12:55:13 »

Meiner Meinung nach können die Spiele allein nicht Ursache sein. Da muss man in der Psyche des einzelnen schon etwas tiefer graben, um die Hintergründe zu analysieren.

Von den Medien beeinflusst, die solche Sachen ja gewöhnlich mehr als notwendig aufbauschen, wird eben nach einer schnellen Lösung gesucht und da ist eine einfache klar umrissene Ursache, die jeder irgendwie nachvollziehen kann, eben am einfachsten.

PS: Im Übrigen wissen viele Eltern, dass ihre Kinder solche Spiele spielen. Auch ich weiß, dass mein Sohn mehrere solcher Spiele hat. Ich habe sie ihm nicht gekauft ... und wie soll ich sie ihm verbieten...? Das ist bei einem 17-jährigen nicht mehr möglich. Im Gegenteil kann ich eigentlich froh sein, dass er mir das überhaupt freiwillig erzählt. Gegen eine Antwort wie: "Das geht dich nichts an." könnte ich auch nichts ausrichten außer  crash  und damit könnte ich mir ne Klage von ihm einhandeln....so siehts doch aus.   Tongue

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BitStreamer
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« Antworten #8 am: 11.12.2006 - 14:54:01 »

Ich habe drei Töchter - eine kleine (7) und zwei "dazubekommene" (17 und 18).

Ich weiß, gerade beim Thema "Gewaltspiele" sind Mädchen nicht wirklich die Zielgruppe. Eines habe ich aber immer wieder mit Freude feststellen können: Unabhängig vom Alter ist das Wichtigste eine Vertrauensbeziehung. Ich gebe mir die größte Mühe, etwas weniger Vater zu sein und dafür etwas mehr guter Freund. Das schafft uns eine Basis des Vertrauens, die sehr gut funktioniert - und wo wie von selbst Dinge erzählt werden, die ich meinen Eltern nie mitgeteilt hätte.
Wer sich die Zeit nimmt (und das nicht plötzlich sondern von Anfang an), auf seine Kinder einzugehen, sich mit ihnen und ihren Problemen auseinanderzusetzen ohne den erhobenen Zeigefinger zum Einsatz zu bringen, hat für meine Begriffe die besten Karten. Probleme wie soziale Isolation können dann überhaupt nicht anfallen.
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„Die derbsten Fallstricke der Welt sind aus Unterröcken gewunden.“ (Friedrich Nietzsche)
andromeda
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« Antworten #9 am: 11.12.2006 - 16:01:10 »

Zuviel Freund, zuwenig Eltern kann aber auch schief gehen. Ich denke am wichtigsten ist, dass man die Kinder und Jugendlichen ernst nimmt, ihnen die Verantwortung überträgt, die ihrem Alter angemessen ist und die sie auch tragen können. Freiraum in klar definierten Grenzen ist notwendig und wichtig für ihre Orientierung. Zuhören und sich ernsthaft für ihr Leben interessieren, dann haben sie genügend Vertrauen, etwas preiszugeben.

Ich bin nicht die Freundin meines Sohnes, ich bin seine Mutter, dennoch erzählt er mir Dinge, die ich meinen Eltern nie erzählt hätte und auch heute noch nicht erzählen würde.

Das war übrigens keine Kritik an deiner Sicht- und Handlungsweise; nur meine persönliche Erfahrung mit unserem Sohn. Jedes Kind ist anders und braucht mehr oder weniger "Führung"
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Morgas
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« Antworten #10 am: 11.12.2006 - 20:20:21 »

 thumbup  Es gibt keine festen Regeln thumbup   für nix

<<<is diskusions bereit Wink  
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