Poeten-Treff
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Autor Thema: Studiengebühren  (Gelesen 4847 mal)
dondiego
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« am: 16.10.2005 - 21:28:04 »

Da die CDU ja nun doch mit an die Macht kommt, ist dieses Thema wieder aktueller geworden, auch wenn solche Themen (angeblich) nur auf Landesebene entschieden werden sollen.
Studiengebühren sind ja schon teilweise an den Unis Alltag, für Lanzeitstudenten. Das finde ich auch richtig, man soll das Studentenleben ja auch nicht unnötig lange ausnutzen, bzw. auf Staats-/Elternkosten leben, sondern die Zeit genießen die man hat.
Wenn jetzt allerdings Studiengebühren kommen (mind. 500 Euro pro Semester)   sollten, wird daraus wohl definitiv nichts mehr.
Folgende Probleme stehen dann zur Diskussion:

1. Studierende aus sozial schwachen Milieus oder nicht so reichen Elternhäusern haben es noch schwerer als ohnehin schon...und werden auf´s Studieren verzichten - die soziale Schere klappt also noch weiter auseinander

2. Der Bildungs-Standort Deutschland wird gefährdet (auch wenn die Mittel für die Bildung verwendet werden - was ich außerdem bezweifle), denn junge Menschen werden es sich bei Gebühren zweimal überlegen ob sie studieren oder lieber eine Ausbildung/Lehre anfangen.

3. Wie kann ein Student, der ordentlich studieren will und keinen oder wenig finanziellen Rückhalt in der Familie hat,  das Geld aufbringen.

Vor einer Weile habe ich einen Artikel gelesen in dem der Bayerische Forschungsminister Hans Zehetmair zitiert wurde. Er versteht die ganze Aufregung nicht, denn seiner Meinung nach wäre es doch wohl für keinen Studenten ein Problem auf irgendetwas für 100 Euro im Monat zu verzichten oder zwei Nachhilfestunden á 50 Euro zu geben.
 mad2   Wenn ich auf´s Essen verzichten würde, könnte ich mit Sicherheit 100 Euro in Monat einsparen. Auch 2 Nachhilfestunden á 50 Euro sind kein Problem, ich ändere einfach meinen Namen in Stephen Hawking und hänge Anzeigen im Institut für Physik heraus! In welcher Welt leben diese Menschen!!???
Es soll auch ein spezielles Studenten-Darlehen eingeführt werden, um auch weniger begüterten Studenten die Möglichkeit zu geben ihre Studiengebühr zu entrichten. Na super, als wenn man durch (etwaiges) Bafög nicht ohnehin schon dazu gezwungen ist, sein Arbeitsleben mit einem Schuldenberg zu beginnen.

Wie ist eure Meinung zu dem Thema?

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Spumi


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« Antworten #1 am: 16.10.2005 - 22:34:22 »

Also allgemein finde ich das auch bescheuert! Und 100€ pro Monat sparen...das ist kaum möglich, wenn man mal die vollkommen überzogenen Preise für Wohnungen/WGs/Zimmer anschaut. Und dann steigen ja sowieso noch alles Preise...
Und dieser Typ, der vorschlägt, 2 Nachhilfenstunden à 50€ zu geben...entschuldigung, aber wo lebt der? Schüler/Studenten können meistens nicht mehr als 10 oder 15€ für eine Stunde verlangen, weil sie sonst schlichtweg keine Schüler bekommen.

Und die sozial Schwächeren sind ja sowieso schon vom Studieren her benachteiligt; auch ohne Studiengebühr. Vor allem jene, die eben nicht in der Stast wohnen, in der sie studieren wollen/können.

Das der Bildungsstandort Deutschland gefähret ist, könnte sein, aber ich denke, das ist eines der kleinsten Probleme...ich mein, in den USA bezahlt man z.B. in einem Semester Jail  wahrscheinlich mehr, als man hier für ein halbes Studium bezahlen müsste(also in Zukunft).

Mit dem Bafög, das ist ja auch so ne Sache...das bekommt ja auch nicht jeder. Ganz genau kenn ich zwar die Bedingungen nicht (hab ja noch gute vier Jahre Zeit), aber trotzdem.

Andererseits kann ich den Staat auch ein klitze kleines bisschen verstehen...Bildung ist teuer und in Anbetracht der Tatsache, dass der Bildungsstandard doch recht hoch ist...

Und trotdem, es ist und bleibt ne Sauerei!
LG
Jean
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Geordi
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« Antworten #2 am: 17.10.2005 - 07:11:46 »

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es eigentlich richtig finde, was dort entschieden wurde.
Es ist nämlich egal, ob arm oder reich. Jeder kann arbeiten. Die Chancen sehe ich also gleich.
Wenn jemand "reiche" Eltern hat, hat er eben Glück gehabt und er kann sich das Studium komplett von seinen Eltern finanzieren lassen.
Ob dies im Endeffekt sinnvoller ist, als für seine "Ausbildung" zu arbeiten - sei mal dahingestellt.
Ich habe auch während meiner Ausbildung arbeiten müssen, weil meine Eltern das Geld nicht aufbringen konnten, mich diesbzgl. zu unterstützen. Ich habe Zeitungen ausgetragen und ich habe am Wochenende und in den Ferien auf einer Baumschule gearbeitet.
Freunde von mir haben auch während ihres Studiums gearbeitet. Meine Freundin hat tagsüber studiert und nachts gekellnert. Sie war ausserdem noch alleinerziehend. Ihre Tochter war damals noch recht klein. Geht alles....

Oder habe ich Euer Problem des ganzen nicht erkannt?
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dondiego
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« Antworten #3 am: 17.10.2005 - 22:51:22 »

@spumi
Danke für deine Ünterstützung.
Selbstverständlich verstehe ich, dass der Staat die Finanzierung der Bildung nicht komplett finanzieren kann. Aber ich denke. dass 500 Euro pro Monat (und das ist ja nur der Mindestbetrag - in einigen Unis dürfte der bei ca. 3000 Euro liegen) einfach zu viel für einen Studenten sind. Der Staat sollte sich überlegen wie er die Zukunft seiner Bürger unterstützt. Ganz besonders die junge Generation, denn wir sind die Zukunft (Wähler, Steuerzahler, etc. ) .  Die Wichtigkeit der jungen Generation wird aber leider in meinen Augen vom Staat zu wenig erkannt.

@ geordi
Natürlich kann jeder arbeiten, aber findet denn auch jeder Arbeit? Besonders im Osten ist es ja schlimm wie du weißt und das gilt nicht nur für normale Arbeitsplätze sondern auch für Neben- (Studenten-)jobs. Dass man neben dem Studium arbeiten soll/kann ist ja auch meine Meinung, da man dadurch auf das wirkliche Berufsleben vorbereitet wird (mache ich ja auch), aber manche können es einfach nicht. Nicht jeder ist eben ein Organisationstalent der alles unter einen Hut bringen kann (Studium, Arbeit, ggf. Familie). Für einige ist es auch zeitlich garnicht möglich, z.B. wenn sie einen weiten Anreiseweg zur Uni haben.  In der vorlesungsfreien Zeit/Semesterferien kann man natürlich auch arbeiten, doch diese Zeit soll eigentlich für Prüfungen und Hausarbeiten genutzt werden.  Mir geht es einfach darum, dass durch Studiengebühren den Studenten noch mehr finanzielle Probleme aufgedrängt werden. Wenn es weniger wäre oder die Möglichkeiten das Geld aufzubringen besser wären, würde ich auch nichts sagen.
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sharoni
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« Antworten #4 am: 17.10.2005 - 23:31:27 »

Ich bin selbst Studentin und bin im Grunde gegen die Studiengebühren. Ich kann die Idee zwar auch nachvollziehen, aber letztendlich glaub ich einfach nicht, dass dadurch die Studienqualität verbessert wird, d.h. die Gelder auch wirklich dorthin fließen, wo sie hingehören.
Wenn sich um eine nicht allzu hohe Summe pro Semester handeln würde, könnte man das wahrscheinlich noch verkraften, obwohl man so eine Summe auch erstmal aubringen muss. Aber wenn es sich um mehrere Hundert Euro pro Monat handeln würde, könnte ich glaub ich aufhören zu studieren, denn das kriegt man durch arbeiten auch nicht rein, zumindest nur zu Lasten des Studiums. Dieses Darlehen ist zwar eine Alternative, aber wie schon angesprochen wurde, hat man dann neben dem BaföG noch Zusatzschulden.
Ich kann mir schon vorstellen, dass man dann schon 10mal überlegt, ob man studiert oder nicht.
Im Moment ist Milbradt, der Ministerpräsident von Sachsen, noch gegen die Gebühren, aber wenn die Gebühren von der Regierung freigegeben werden und zur Ländersache gemacht werden, wird er sich früher oder später dem wohl auch beugen müssen, weil sonst seine Unis übervoll sind.
Na ja schauen wir mal wie sich die ganze noch entwickelt...
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Geordi
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« Antworten #5 am: 19.10.2005 - 07:00:42 »

@dondiego

Du hast sicherlich Recht - nicht jeder kann Arbeit finden.
Ich sehe das dennoch differenziert. Es sind viele Jobs da - nur sind sich die meisten zu fein beispielsweise in einer Küche Kartoffeln zu schälen...oder Botenfahrten zu erledigen.
Ist genau wie mit den Arbeitslosen...sorry. Wenn Du Dir mal die Jobbörsen ansiehst, dann wirst Du sehen, dass es extra auch Studienjobs gibt.
Alle jammern - aber keiner tut was....
Wenn ich arbeitslos werden würde, würde ich sicherlich versuchen eine neue Arbeit in meinem Job zu finden...aber ich würde auch putzen gehen...bevor ich mich vom Staat bezahlen lasse.
Es gibt leider in Deutschland zu viele, die es sich zu Hause bequem machen...dieses Verhalten greift auf alle über - und somit auch auf die Studenten.
Im Osten mag das sicherlich anders aussehen - da gebe ich Dir Recht. Mein Freund hat in Rostock studiert. Es war kein Problem einen Job zu finden, bei dem er nebenbei arbeiten kann - wohl auch für viele seine Studienkollegen.
Ich denke, es gibt viele Alternativen...
Meiner Meinung nach würde sich die Studienqualität verbessern...weil wirklich nur noch die studieren, die wirklich wollen...
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dondiego
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« Antworten #6 am: 23.10.2005 - 21:00:41 »

@geordi

Ich gebe dir in dem Punkt recht, dass sich viele für bestimmte Arbeiten zu fein sind, sei es nun Putzen oder auch bei MCs arbeiten.
Aber wie gesagt, viele Studenten haben einen so eng gepackten Stundenplan oder müssen so viel nach- bzw. vorarbeiten, dass für einen Job einfach keine Zeit mehr ist. Selbst dann nicht, wenn man es eigentlich will.
Außerdem ist da noch eine andere Frage: Warum arbeiten Studenten eigentlich? Eigentlich doch nur um ihre Lebensqualität etwas zu verbessern, bzw. sich ihr Leben finanzieren zu können. Wenn man dann nur noch arbeitet um seine Gebühren zahlen zu können. Was für ein Leben soll das denn dann bitte schön sein?!
In dem Punkt, dass sich die Studienqualität dadurch verbessern wird, möchte ich dir widersprechen. Ich sehe (vorläufig) keinen Grund warum der Staat seine Ausgaben im Bereich Bildung erhöhen sollte. Selbst wenn die Gebühren direkt an die Unis gezahlt werden sollten, denke ich, dass die Gelder nur in den Gebieten angelegt werden die prestigeträchtig und somit gewinnbringend sind. Beispiel: Jede Uni wird natürlich Geld in Fakultäten wie Medizin oder Technik stecken. Aber was ist zum Beispiel mit solchen Fakultäten die "ein Klotz am Bein" einer jeden Uni sind....z.B. Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften. Ich bezweifle, dass dort mehr Gelder investiert werden würden, vielleicht etwas, aber nicht so viel wie in den "wichtigen" Studiengängen.  Langfristig hat das auch wieder Konsequenzen. Denn wie entscheidet sich wohl ein werdender Akademiker, wenn er die unterschiedlichen Qualitäten der einzelnen Fakultäten vor Augen hat? Mit anderen Worten der Dozentennachwuchs in best. Fakultäten wird einfach ausbleiben, weil er zu anderen Fakultäten geht.
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« Antworten #7 am: 14.05.2008 - 18:55:34 »

Was sagen denn die Betroffenen "heute" dazu?
Ich halte die Sache im Grunde nach wie vor für Richtig!
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Gabriel
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« Antworten #8 am: 16.05.2008 - 11:49:30 »

Ich bin zwar auch nicht betroffen, aber finde es schon richtig mit den Gebühren. c
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"du musst die Weintraube vernaschen, bevor sie eine Rosine ist" (stromberg)
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