Poeten-Treff
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Autor Thema: Verarbeitung von Trennungen  (Gelesen 7146 mal)
Geordi
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« am: 05.08.2005 - 07:30:47 »

Ich hatte gestern eine interessante Diskussion. Es ging um die Frage, WANN man mit einer Beziehung/Ehe/Partnerschaft abgeschlossen hat – gedanklich?
Ist es lediglich die Zeit?
Die Erkenntnis, dass es vorbei ist?
Oder vielleicht der Punkt, dass man den anderen nicht mehr verurteilt, für das was einem
widerfahren ist? Dass man verstehen kann, warum dies auf eine Trennung hinausgelaufen ist?
Dies ist sicherlich sehr individuell zu betrachten.

Meine Erfahrung ist, dass es der  Moment ist, wo es einen nicht mehr beschäftigt – man nur noch in Gesprächen darauf zurückweisen kann – die Gefühle losgelassen hat und urteilsfrei und entspannt damit umgehen kann. Wo man nicht mehr verurteilt oder demjenigen etwas vorwirft, sondern versteht, warum er so agiert hat.

Was meint ihr?
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Tom
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« Antworten #1 am: 05.08.2005 - 11:49:55 »

Ich weiß nicht. Erst vor ein paar Wochen hat mich meine Freundin verlassen und wir waren für Verhältnisse unserer Generation ziemlich lange zusammen. Ich kann ihre Gründe nicht verstehn und will auch keine normale Freundschaft mehr. Ich will sie zurückerobern.
Aus Erfahrungen weiß ich, dass es jedenfalls sehr lange dauert sich zu lösen. Ich denke es hängt alles mit der Liebe zu dem Mädchen zusammen, denn vor allem wenn man ein neues Mädchen findet kann einem ja die Trennung erleichtert werden. Das klingt jetzt irgendwie hart, aber so ist es doch! Der Schock liegt hauptsächlich darin, dass man plötzlich etwas nicht mehr hat was vorher noch da war.
Neulich hat eine meiner ersten Ex-Freundinnen einen neuen Freund bekommen (waren vllt. vor 2 Jahren mal für n halbes Jahr zusammen) und ich war eifersüchtig. Obwohl ich selbst Schluss gemacht hatte.
Deshalb glaube ich, dass Verständnis für das Handeln des Partners oder Ex-Partners auch wichtig ist, denn ich hab mich abgeregt sobald mir klar wurde, dass sie damit glücklich ist, und das ist das wichtigste.

So, jetzt hab ich zuviel geschwafelt...  Wink
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Im Endeffekt ist jede Erfahrung positiv.
Traumliese
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« Antworten #2 am: 20.09.2005 - 05:56:38 »

Ich denke,wenn es sich um eine lange und intensive Partnerschaft gehandelt hat und vielleicht auch noch Kinder da sind,kannst du nie wirklich damit abschließen.
Man muß lernen zu begreifen,daß die Liebe vorbei ist und es auch niemals wieder einen Neuanfang geben wird.Dann rücken diese Erinnerungen an eine Stelle im Herzen,die sie erträglich machen und irgendwann kramst du sie nur noch von Zeit zu Zeit hervor,ohne Haß,ohne große Emotionen,vielleicht mit ein bißchen Wehmut.
Allerdings fehlt dir dann in einer neuen Partnerschaft der "Anfang",dieser Austausch über die Ziele,Wünsche,Pläne,die man als junges Mädchen zusammen mit IHM hatte ,dieses "zusammen alt werden",erleben ,wie die Kinder erwachsen werden und später im Alter als altes Ehepärchen vor dem Haus sitzen ,zusehen wie die Enkelkinder im Garten umhertollen und zurückblicken auf das gelebte Leben.

Aber Trennung und Scheidung gehören ja mittlerweile schon fast zur Lebenserfahrung ,aber wahrscheinlich ist es in vielen Fällen auch gut so und die einzig richtige Lösung.
Irgendwo habe ich einmal gelesen,daß "ein  bewußt gelebtes Leben das Leiden darin nicht ausschließt ". Es ist wohl so!


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« Antworten #3 am: 20.09.2005 - 09:49:08 »

Ich denke, der Punkt ist der, wie Andrea sagt, wo man den anderen nicht meh verurteilt und das Ende "versteht".
Sprich man an den anderen denken kann, sich an eine schöne zeit erinnert und der Rest geschichte ist.
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magic
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« Antworten #4 am: 17.05.2008 - 06:07:46 »

Ich war gerade am stöbern im Forum gewesen und habe unter anderem das hier mal gefunden und dazu möchte ich mich äußern.

Es ging um die Frage, WANN man mit einer Beziehung/Ehe/Partnerschaft abgeschlossen hat – gedanklich?


Ich kann heute,einige Monate später und mit sehr viel Abstand betrachtend zu dieser Frage sagen,dass das gedankliche Abschließen,nach dem gefühlsmäßigen kam.
Ich habe aus sehr vielen Gründen gefühlsmäßig abgeschalten,was ich selbst aber auch nicht immer mit bekam,bzw.es verdrängt habe,so in der Art und auch irgendwann gedanklich schon oft bei der Trennung war,diese jedoch bis dato nicht voll zogen habe.Man überlegt,grübelt....auch wenn das Gefühl nicht mehr so ist,der Alltag beherrscht wird....kommt es denn nur darauf an?Es zählt ja noch anderes,ja,so dachte ich und war auch der Überzeugung,doch wie das andere aussah..hm...ja,auch das verdrängte ich oder rechtfertigte es.Irgendwann war es nur noch ein Aufbau eine Mauer,innen wie außen und wehe es "griff"jemand an,dann ginges sofort auf Abwehr.Ob ich es damals selbst noch glaubte?Nein,aber ich redete es mir sicher ein und gut war.Der ein oder andere "sah" schon etwas,aber selbst wenn da Äußerungen kamen oder Fragen,kam der Block.Man versucht etwas zu halten,was nicht mehr zu halten ist,aber das konnte ich mir natürlich nicht eingestehen.


Ist es lediglich die Zeit?

Es ist wie ein gehen auf Raten,so hatte ich das Gefühl.......gedanklich,war ich schon einige male weg,hatte aber ganz ehrlich nie den A*** in der Hose.Ja,ich war feige,das gebe ich zu und ich bin auch zu viel gedanklich dabei gewesen und habe mir um so vieles Gedanken gemacht und mich somit für mich wieder selber blockiert,so dass es sich weiter zog.


Die Erkenntnis, dass es vorbei ist?

Erkannt vielleicht,doch nicht eingestanden - Verdrängungsprozess.


Oder vielleicht der Punkt, dass man den anderen nicht mehr verurteilt, für das was einem
widerfahren ist?

Das mag durchaus sein.Das war für mich wie mit dem Reden.Wie oft....wie lange,zu wie vielten male?Und wie oft rent man gegen Mauern und macht irgendwann komplett dicht.Man mag auch nicht mehr,das ist wie eine Schallplatte,die Kratzer bekommt und irgendwann spielt sie keinen Ton mehr ab.Dann kommt die Frage nach dem WARUM???Daran merkt man,dass nicht zugehört wurde.
Man macht sich auch keine Gedanken mehr,am Anfang kocht es noch,aber irgendwann ist es einfach vorbei,man ist zu müde dafür,das lang` durch gekaute nochmals zu wieder holen....es ist zu spät,also folgt der Abschluss.
Verurteilen?Nun,sage ich...man ist ein eigener Mensch,hat einen eigenen Kopf,hat selbst vieles mit gemacht,aus welchen Beweggründen auch immer und was auch immer damit zusammen hing und durch was es beeinflusst wurde,aber dazu gehören immer 2....einer der es macht und einer der es mit sich machen lässt.


Dass man verstehen kann, warum dies auf eine Trennung hinausgelaufen ist?
Verständlich ist es,man muss dann aber auch in der Lage sein,Fehler eingestehen zu können auf beiden Seiten,doch dies ist meist leider nur einseitig.


Ich denke,wenn es sich um eine lange und intensive Partnerschaft gehandelt hat und vielleicht auch noch Kinder da sind,kannst du nie wirklich damit abschließen.

Doch,auch das geht.Wenn man nie damit abschließen könnte aus diesem Grund,dann ist man nie fei!


Nach gedacht habe ich sehr viel und zu lange und als ich das allererste mal,so richtig intensiv darüber gesprochen habe,ohne dass ich aufgehört habe und mir jemand einfach nur zu gehört hat und mich reden lassen hat,ohne Unterbrechung,da brach die Mauer Stück für Stück ab und es war,als stände ich selbst neben mir und höre mir zum ersten mal selbst zu,begreife und mache die Augen auf.
Es war weder mir noch ihm gegenüber fair einfach so weiter zu machen.
Als ich es dann das erste mal aussprach und eines in`s andere kam,Aussagen getroffen wurden,Vorwürfe kamen andererseits......schluckte ich gewaltig,war selbst nur noch irritiert und ging den Schritt zurück,obwohl ich im selben Atemzug wusste,dass es nicht richtig war.Ich hab es nicht für mich getan und das war der Fehler.Es sollte noch der Versuch gestartet werden,aber zum scheitern war es verurteilt.
Die Schuld mir gebe ich mir selbst daran,dass ich zurück gegangen bin und der neue Versuch so oder so keine Chance hatte und ich dem auch keine Chance geben konnte,dass ich nicht konsequent war und bei der ersten Trennung geblieben bin,sondern aus Mitgefühl einen Rückzieher gemacht habe.So hatte er auch gar keine Chance mehr,auch wenn ich mir da wieder mal einredete.....na,das wird dann villeicht doch noch,alles wird gut usw.
Bei der vollendeten Trennung,war es für mich leichter.Es kam aus meinem Munde und ich fühlte diese Erleichterung...es war gesagt,es war raus...es ist vorbei.
Den Schritt,den ich lange für mich selbst gehen wollte,bin ich endlich gegangen und auch wenn jemand an meiner Seite stand,so kam er von mir und nicht aus diesem Grund.Gegangen wäre ich auf jeden Fall,nur war dies sicherlich eine Beschleunigung und ich denke auch gut für alle Seiten.

Heute bin ich schlauer oder wohl besser gesagt auch gekräftigter um so etwas auf diese lange,scheinbar endlose Bahn zu schieben.Ich habe aus der ganzen Sache unwahrscheinlich viel gelernt und heute frage ich mich nicht mehr,warum ich so lange gewartet habe,sondern bin froh,diesen Schritt überhaupt gegangen zu sein und das für mich allein entschieden und wirklich mal alles andere außen vor/weg gelassen habe.

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Lache nie über jemanden der Schritte rückwärts geht,er könnte Anlauf nehmen!
Jijuro
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« Antworten #5 am: 19.04.2010 - 20:27:53 »

Wie schon gesagt, sehr individuell zu behandeln, jeder handhabt das anders, ist schneller oder langsamer drüber hinweg ...
Ich persönlich muss sagen, dass ich eine Beziehung nie wirklich verarbeiten kann, wenn es mir sehr ernst war, die Gefühle stark waren und dann alles vorbei ist. Selbst wenn es schon ewig her ist und ich in der Zwischenzeit jemand neuen gefunden habe, der mir ebenso viel bedeutet, selbst dann verfolgen einen immer wieder Erinnerungen und Gedanken an das vergangene. Gefühle können meines erachtens nach niemals einfach verschwinden. Nur weil man sich trennt ist noch lange nicht alles weg, denn vieles von dem , was einen einst verbunden hat, bleibt bestehen, vieles was man an dem anderen gemocht, geliebt hat ist immernoch in dieser Person ... Wenn man jetzt kein Problem mehr damit hat, sagt, dass man anders glücklich geworden ist, sie / er auch glücklich ist, man seine Wege geht, hat man es zwar irgendwie "verarbeitet", aber Gefühle sind und bleiben Unberechenbar.

Meine Meinung =)
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BlackFlame


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